Über die Nahrung nehmen über 51-jährige Frauen in Deutschland im Mittel nur ca. 800-900 mg Calcium pro Tag auf (Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung). Dagegen stehen die von der WHO/DVO empfohlenen 1300-1500 mg pro Tag. Es entsteht ein tägliches Defizit von 400-700 mg. Dieser Differenz trägt z.B. die Empfehlung der DVO-Leitlinien Rechnung, Osteoporosepatienten mit 500-1000 mg Calcium pro Tag zu supplementieren.
Bei der Einnahme von Bisphosphonat und Calcium müssen die Patienten darauf achten, nicht beide Präparate gleichzeitig einzunehmen. Das würde zu einer stark verminderten Resorption des Bisphosphonats und damit zu einer verminderten Wirksamkeit führen.
In einer Patientenbefragung von 164 Osteoporosepatienten konnte gezeigt werden, dass die Kombinationspackung aus Bisphosphonat und Calcium das Verständnis der Einnahmevorschriften signifikant gegenüber getrennten Packungen erhöht (Ringe J.D. et al., ASBMR 2004; M424).
Außerdem zeigen Daten aus Großbritannien, dass die Persistenz nach 6 Monaten Therapie (d.h. welcher Anteil der Patienten nach 6 Monaten noch das Präparat einnimmt) bei Calciumpräparaten nur bei ca. 50% liegt. Die Persistenz bei den wöchentlichen Bisphosphonaten liegt dagegen bei 70-76% (DINLINK data, Compufile Ltd.(UK), Sept. 2004).
Damit bietet Actonel® 35 mg plus Calcium hier eine Chance, die Fehlerrate bei der Einnahme von Bisphosphonat und Calcium zu senken und die Therapietreue zu erhöhen
Warum wurde Calcium als Schlucktablette anstatt z.B. als Kautablette gewählt?
Diese Entscheidung ist aus Sicherheitsgründen getroffen worden. Calcium-Kautabletten hätten das Risiko erhöht, dass Patienten eventuell auch die Risedronat-Tablette gekaut hätten.
Welches Calcium wird verwendet?
Die Calciumtabletten von Actonel® 35 mg plus Calcium enthalten 1250 mg Calciumcarbonat, was 500 mg Calcium entspricht.
In Actonel® 35 mg plus Calcium ist kein Vitamin D enthalten!
Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Patienten eine Vitamin D Supplementierung benötigen, dann können Sie gerne zusätzlich zu Actonel® 35 mg plus Calcium Vitamin D verordnen, oder Actonel® einmal wöchentlich 35 mg und ein Calcium/Vitamin D Produkt.
Welche Patienten sollten eine Vitamin D Supplementierung erhalten?
Mit dem Alter sinkt die Fähigkeit der Haut, mit Hilfe von UV-Licht eine Vitamin D3-Vorstufe herzustellen. In der HIP-Studie (McClung MR et al., NEJM 2001; 344: 333-340) hatten ca. 30% der Patientinnen in der Gruppe der 70-79 jährigen zu niedrige Vitamin D Serumkonzentrationen und wurden deshalb mit Vitamin D supplementiert. In der Gruppe der über 80jährigen waren dies ca. 44%. Das heißt, dass z.B. ältere Patienten und solche Patienten, die nur noch selten Sonnenlicht ausgesetzt sind, wahrscheinlich von einer Vitamin D Supplementierung profitieren werden.